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Bitcoin – das Entstehen einer 2.0 dot.com-Blase?

Gier frisst Hirn?

Bitcoin ist in aller Munde. Was ist die Motivation der Investoren in den Bitcoin. Sind wir schon bei dem Punkt „Gier friest Hirn” angelangt, wenn es um den Erwerb dieser digitalen Währung geht?

Vorab darf ich erst einmal darauf hinweisen, dass das Wort Kryptonwährung allein schon in die Irre führen kann.

8 Gründe woran Bitcoin scheitern könnte:

  1. Bitcoin ist keine Währung:
    Ein Bitcoin mag vielleicht eine Kryptowährung sein, doch Kryptogeld ist noch lange keine Währung im definierten Sinne, auch wenn Sie aufgrund von Wertschwankungen unbeständig sein mag. Denn als Währung oder Währungseinheit wird die vom Staat anerkannte Geldart (das gesetzliche Zahlungsmittel eines Landes) bezeichnet. In diesem Fall ist Währung dann eine Unterform des Geldes. Geld hat einen festen Wert – die Währung kann schwanken. 

  2. Bitcoin ist kein Garant für die Begrenzung der Geldmenge: 
    Grundsätzlich wird für den Bitcoin geworben, da er eine mathematische Begrenzung der Geldmange (in Bitcoin) darstellt und somit die inflationären Risiken minimiert – gar ausschaltet. Doch es wird allzu oft vergessen, dass der Bitcoin EINE Kryptowährung (von vielen) ist. Es mag zwar korrekt sein, dass im Bitcoin eine mathematische Begrenzung vorhanden ist, in der Menge der Kryptowährungen existiert jedoch keine mathematische Begrenzung. Beispielsweise betrugen im Jahre 2017 die Anzahl der Kryptowährungen ca. 1300. Durch die mathematische Unbegrenztheit der einzelnen Krypotwährungen wird somit die Geldmenge nach dem Muster des Bitcoins doch nicht begrenzt. 

  3. Die „too big to fail” – Banken könn(t)en den Bitcoin manipulieren: 
    Allein die Großbanken dieser Welt – selbst Facebook – haben die Möglichkeit eine Kryptowährung aufzulegen und mit unerschöpflichen Mitteln zu “pushen”. Die Folge: hohe Kursverluste beim viel als sicher gepriesenen Bitcoin.

  4. Jeder funktionsfähige Staat lässt sich die Macht über das Geld niemals nehmen: 
    Staaten und deren Zentralbanken dieser Welt lassen sich niemals die Hoheit über die Geldmengensteuerung u. -ausweitung nehmen. Denn der Verlust dieser Hoheit führt zwangsläufig zur staatlichen Handlungsunfähigkeit. Bitcoin könnte sehr schnell über staatliche Interventionen „sanktioniert” werden und es würde ein weiterer Umverteilungsprozess von „fleißig nach reich” stattfinden. Nationale Währungen basieren (in der RegelI) auf realer Produktivität und der fiskalischen Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Digitale Währungen haben keine ökonomischen Grundregeln, sondern sind ein mathematisches Gebilde.

  5. Bitcoin und seine Wertmessung: 
    Die Ironie an der ganzen Geschichte um den Hype des Bitcoins ist, dass die Wertsteigerung (der Anlageerfolg) in genau in den Währungen gemessen wird, vor der der überzeugte Bitcoin-Investor eigentlich flieht. Somit dürfte im grundsätzlichen Sinne der Bitcoin keine Wertsteigerungen bzw. Wertverluste in Euro erfahren, sondern der wirkliche Wert müsste die Anerkennung als Zahlungsmittel mit fixen Umtauschverhältnissen sein. Bitcoin wäre somit ein reines Geldinstrument aber keine Währung, wie eingehens erwähnt.

  6. Bitcoin-Roulette: Schwarz oder rot:
    Der Bitcoin ist eine Wette, eine neue Wette, diesmal digitalisiert. Stellenweise erinnert die Kursentwicklung und der Hype um den Bitcoin an die Tulpenkrise im Jahre 1637 (damals konnte sich auch niemand vorstellen, dass eine Tulpenzwiebel mal wertlos wird). Ein Crash ist jederzeit möglich und Hypes sind nichts Neues, nur die Grundlage des Hypes ändert sich.

  7. Bitcoin: Nichts für Greta-Fans:
    Und für alle Investoren, welche bei Ihren Investments besonders Wert auf Ökologie legen, diesen sei angeraten, den Bitcoin zu meiden. In einer Reportage wurde einmal berichtet, dass nur eine Überweisung in Bitcoin eine Leistung von ca. 250 Kilowattstunden benötigt. Dies entspricht einem Stromverbrauch eines amerikanischen Durschnittshaushaltes von ca. 7 Tagen (2017) und, wie wir alle wissen, sind die Amis im Stromverbrauch führend. Allein im Jahre 2017 benötigte das „Bitcoin-Netzwerk” soviel Elektrizität wie der gesamte irische Staat. Bitcoin ist definitiv nicht ökologisch und somit auch nicht nachhaltig, weder in seiner Entstehung noch in seiner Verwendung. Und er ist auch nicht perfekt, weil er trotz seiner mathematisch rationalen Art irrationale Handlungen bei den Marktteilnehmern hervorruft.

  8. Der Krug geht solange zum Brunnen … 
    Die Reise des Bitcoins mag noch eine zeitlang gut gehen – aber auch hier gilt – der Krug wird solange zum Brunnen getragen bis er bricht. Ich empfehle Ihnen, bei Investments in Kryptogeld die einzelnen Krüge genau zu betrachten in Bezug auf Ihr investiertes Volumen. Unser jetziges Währungssystem mag in seiner jüngsten Vergangenheit deutlich Schaden genommen haben – aber es kommt den theoretischen Grundfunktionen des Geldes am Nahsten. Das Rechnen, der Tausch und die kurzfristige Konservierung eines geschaffenen Wertes (Ihrer Produktivität) ist noch immer (bedingt) möglich.

Fazit des Autors:

Der Bitcoin, repräsentativ für alle Kryptowährungen, stellt in seiner jetzigen Form keine Alternative zur unseren nationalen Währungen dar. Er ist keine Lösung auf unser erkranktes Währungs- und Wirtschaftssystem. Es ist ein digitales Investment mit entsprechenden Chancen und Risiken. Die Grundregeln einer Investition und der unabdingliche Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko greifen auch im Falle des Bitcoins – auch wenn die digitale Welt gerne mit dem Absoluten – dem Perfektionsmus – gleichgesetzt wird. Vielleicht täten wir gut daran, mehr darüber nachzudenken, wie wir zukünftig Wachstum definieren möchten!

Einen positiven Effekt des Bitcoins gibt es jedoch: die zugrunde liegende BlockChain-Technologie. Die Revolution von Zahlungstransaktionen – sicher und kostengünstig!

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