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Der Finanzminister, der kein Finanzberater sein sollte.

Olaf Scholz (SPD), Finanzminister und Vizekanzler der Bundesrepublik, preschte vor kurzem mit einer Idee vor, welche unserer Meinung nach das falsche Signal sendet: Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer.

Zugegeben, ein Finanzminister hat primär die Aufgabe die Finanzen seines Landes ordentlich zu führen und mehr einzunehmen als auszugeben. Zumindest verfolgt das Finanzministerium in Deutschland dieses Ziel mit der sogenannten “schwarzen Null”. Problematisch wird das Ganze, wenn man falsche Signale für den Sparer setzt. Olaf Scholz hat dafür eine Begabung. Nicht nur, dass der Minister öffentlich zugibt sein Geld unverzinst auf dem Sparbuch liegen zu haben, nun setzt er mit seinem Plan, Transaktionen beim Handel mit Aktien mit etwa 0,2% zu besteuern, noch einen drauf.

Es scheint, als wollte Scholz bewusst
den Anleger davon abhalten,
Gelder, welche auf Giro- Tages- und Sparkonten liegen,
in Aktien zu investieren.

Dabei wäre spätestens jetzt der Zeitpunkt, nachdem Strafzinsen für Sparer wahrscheinlicher denn je sind, Impulse zu geben sein Vermögen breiter aufzustellen und einen Teil in Wertpapiere zu investieren.

Die Ironie liegt vor allem in der Tatsache, dass einige Finanzprodukte, wie beispielsweise Derivate oder Instrumente für Hochfrequenzhändler (HFT), von dieser Steuer ausgenommen werden sollen. Bedeutet im Klartext:

Otto Normalsparer,
welcher den Minuszinsen und der Inflation entgehen will,
wird zur Kasse gebeten.

Ebenso der Mitarbeiter einer AG welcher Belegschaftsaktien erhält.

In einem Land wie Deutschland, welches nicht gerade für seine Aktionärskultur bekannt ist, wirkt diese Maßnahme kontraproduktiv. Nicht nur der Sparer, auch die Pensionskassen und Rentenversicherungen müssen umdenken und bereit sein, das Vermögen breiter aufzustellen und das Standbein “Aktie” in ein solides Portfolio aufzunehmen. Eine Besteuerung der Transaktion ist sicherlich alles andere als ein Anreiz dies zu tun.

Nachdem bereits 2009 unter Peer Steinbrück (ebenfalls SPD) die Abgeltungssteuer (pauschale 25%ige Besteuerung von Aktiengewinnen) eingeführt worden ist, welche die Spekulationsfrist (nach 1 Jahr Haltedauer einer Aktie war der komplette Gewinn steuerfrei) abgelöst hat, wird nun ein weiterer Schritt geplant um die Aktionäre, bzw. diejenigen, die es werden wollen, zur Kasse zu bitten.

Man kann nur froh sein, dass Olaf Scholz Finanzminister ist und nicht Ihr Vermögensberater.

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