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Die Angst etwas zu verpassen – FOMO

FOMO ist ein Phänomen, das die Angst beschreibt, etwas zu verpassen. Dabei ist FOMO die Abkürzung für “Fear Of Missing Out” (zu deutsch: Angst, etwas zu verpassen) und ist vor allem an der Börse ein fataler Fehler. 

Gerade in Phasen steigender Märkte erkennt man dies sehr gut und vor allem immer häufiger, je länger der Aufwärtstrend anhält. Wie oft hat man bereits Anleger lamentieren hören, dass sie doch in Aktie X hätten investieren sollen? Sie hätten ja schließlich gewusst, dass die Aktie innerhalb von vier Monaten um 100% zulegen würde.

Je häufiger dies vorkommt, desto schwieriger wird die Situation. Irgendwann wird nämlich der Druck auf sich selbst, ständig falsche Entscheidungen getroffen zu haben (im Beispiel die Entscheidung, nicht zu investieren), so groß, dass der Verstand vollständig aussetzt und man einfach nur noch dabei sein will, um nicht noch mehr zu verpassen. Wenn das in der Breite passiert, so kommt es im schlimmsten Fall zur Blasenbildung an den Börsen, mindestens jedoch werden die Preisniveaus nach oben getrieben.

Wir alle wissen nur zu gut, wie dieses Spiel endet. Wenn die Preisniveaus zu hoch steigen, dann wird es früher oder später zu Kursrückgängen kommen. Wer aus FOMO-Gründen investiert war, wird jetzt eine bittere Enttäuschung erleben und monetär verlieren. Angesichts der Enttäuschung wird dieser Anleger dann wieder eher passiv sein und nicht in Aktien investieren. Das wird er solange machen, bis der Druck, zu investieren, in der nächsten ausgeprägten Aufwärtsphase aus FOMO wieder so groß wird, dass er nicht widerstehen kann. Das Spiel geht von vorne los.

Beispiele dafür?

  • Der rasant steigende Aktienmarkt im Jahr 2000, welcher aus Sicht der Bewertung völlig übertrieben war. 
  • Der Preis für Silber im Jahr 2011 
  • Der Preis für Bitcoin Ende 2017

Die Liste lässt sich anhand vieler Beispiele weiterführen. Gemeinsam haben diese 3 Beispiele jedoch, dass genau zu jener Zeit, als eine “Blase” drohte, die Nachfrage bei den Anlegern (auch und vor allem aufgrund der Berichte in den Medien) enorm stieg und man genau am höchsten Punkt einsteigt.

Emotional investieren ist somit immer im Nachhinein ein schlechter Ratgeber. Grundsätzlich ist es schwierig, den Markt “davonrennen” zu sehen und nicht dabei zu sein. Kurzfristig mag das stimmen. Im Sinne von Risikomanagement sind übereilte Entscheidungen am Aktienmarkt zwangsweise mit Fehleinkäufen verbunden. Aus diesem Grund agieren wir nur, wenn sich ein klarer Trend am Markt etabliert oder uns das Chancen/Risiko-Verhältnis attraktiv erscheint. 

Der Anleger muss sich immer bewusst sein, dass auch “Cash” eine Anlageklasse ist und man nicht “auf Teufel komm raus” am Aktienmarkt investiert sein muss. Das meiste Geld an der Börse verdient man nämlich mit Geduld. Dies gilt zum einen, bezüglich des Anlagehorizontes (mittel- und langfristig) als auch zum anderen, geduldig zu warten, bis sich eine Kaufgelegenheit bietet.

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