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Der Chinese beschreibt das Wort Risiko durch Gefahr und Chance.

Corona verleitet die Mächtigen dieser Welt zu einem „Hype”. Sie erfahren aus der Angst des Menschen heraus eine noch nie dagewesene Akzeptanz und Beliebtheit. Die Menschen sind den Führern gewogen… Ist Corona zum Schluss ein Spiel mit der Angst oder das Spiel mit der Angst? Festzuhalten bleibt: Um so härter die Maßnahmen und Forderungen, desto beliebter die entsprechenden Politiker. 
Das sieht man gerade an unserem Ministerpräsident Dr. Söder. Wobei ich an dieser Stelle nicht zum Ausdruck bringen möchte, dass Söder´s Maßnahmen unangebracht sind. Es ist nur die Konsequenz, die ich daraus (für mich) ableiten kann. Diese Wertung steht mir als Laie nicht zu. Ich kann für mich nur gefühlstechnisch abwägen, aber mein Gefühl tut an dieser Stelle nichts zur Sache.

Was interessiert uns der Hunger, wenn wir nicht hungern?
Was interessieren uns Kriege, die nicht auf unseren Boden stattfinden?

Wir alle sind human, auch zu Flüchtlingen, solange sie nur nicht zu uns fliehen mögen. 

Das Klima wandelt sich. Ja wir müssen was tun, aber doch nicht bei uns. Die Sonne scheint und das Bier schmeckt doch fein. Wer braucht denn den Winter? Den schaffen wir einfach ab. Denn der Winter braucht Energie und Energie ist immer irgendwie mit CO2 verbunden. Wir haben gelernt, als Gut-Menschen uns eine Welt zu machen wie sie uns gefällt! Wir sind wie Pipi, fühlen uns stark und sind doch so alleine. Wir freuen uns über das Pferd auf dem Flur und führen uns auf dieser Welt auf wie Madame Langstrumpf in der Villa Kunterbunt.

Wie sollen wir globale Krisen managen,
wenn wir nicht einmal in der Lage sind
europäische, gar inländische, Krisen gemeinschaftlich zu bewältigen?

Wir wollen immer Gas geben und fahren doch Schmalspur. Unser Denken reicht von uns bis zu unserem persönlichen Wohlstand! Das Weiterdenken endet an der Grenze zu unserem Nachbarn, am Gartenzaun. Wir sind ausgestattet mit einer unbeschreiblichen Arroganz. Wir fragen zu wenig und denken alles zu wissen! Ja wir sind selbstverliebt. Wir sind als Kollektiv narzistisch, blind und behaupten die Krone der Schöpfung zu sein. Selbst wenn wir die Krone darstellen, wissen wir nicht damit umzugehen.
Nach dem Bilde Gottes sind wir geschaffen. Na dann hat uns der Liebe Gott erschaffen um selbst reflektieren zu dürfen, wie er nicht ist bzw. sein möchte.

Der Virus mag klein sein aber in seiner Wirkung ist er groß. 
Warum? Weil er uns in die Achillesverse sticht. 
Der Feind ist benennbar, aber nicht sichtbar. 
Der Feind kann überall sein. Ein Terrorist der Menschheit, der uns zwingt, grundlegende demokratische Rechte auf den Prüfstand zu stellen. 
Dieser Terror ist in der Realität nicht sichtbar, kein Bomb-Search, aber in Wirklichkeit vorhanden und überall entzündbar. Seine Wirkung ist schlimmer als die schmutzigsten Waffen der Menschheit.
Er greift nicht nur den Körper an, sondern auch unsere Psyche.

Es ist kein Krieg, den wir hier führen. Kriege werden durch Angriff und Verteidigung gestaltet und sind militärisch kalkulierbar, planbar und vor allem steuerbar. Und das wichtigste: Kriege sind durch Menschenhand sofort und jederzeit stopp-bar. Aber wir sind hier nicht im Krieg sondern in der Verteidigung. Die Verteidigung und die Suche nach Schutz macht uns zu Getriebenen und nicht zu Treibenden. Das ist für uns befremdlich. Mit Angriff und Krieg kennen wir uns aus, das erfordert nur gute Strategie und ein gewisses Kalkül basierend auf dem Überraschungsmoment. Das kennen wir aus dem Alltag auch in unserem Wirtschaften. Denken wir nur einmal an die betriebswirtschaftliche Lehre. Wörter wie Strategie, feindliche Übernahmen, etc. sind der Strategie der militärischen Kriegsführung entnommen. 

Und jetzt auch noch die Absage des Oktoberfestes. Ja das schaffen wir und macht uns bestürzt. Auch dies ist eine Verteidiungshaltung und diese politische Entscheidung findet gesellschaftliche Zustimmung. Wir sind ja schließlich in der Verteidigung und nicht im Krieg. 
Es gibt keinen Schuldigen, denn der Feind ist keiner von uns.

Mit Corona können wir gar nichts lernen.
Von Corona können wir nur eines lernen:
Nichts, aber auch nichts auf dieser Welt hat Bestand
außer die Zwischenmenschlichkeit,
denn diese formt täglich unser Handeln und unser Tun.

Corona zeigt uns wie angreifbar wir sind, egal wie fortschrittlich und unabhängig wir uns definieren mögen. Gleichgültig ob Corona ein Ergebnis der Natur oder eines Labors ist. Corona wird die Welt anders aussehen lassen. Das Umarmen eines lieben Menschen wird zum Risiko. Das zwischenmenschliche wird gemordet.

Aber überall wo etwas stirbt, entsteht etwas neues. Das müssen wir zu unserem Vorteil machen. Wir haben durch Corona eine Chance:

Corona kann uns lehren,
dass wir verstehen müssen,
dass die kognitive Intelligenz gegenüber der emotionalen Intelligenz zum Schluss immer verlieren wird. 

Denn nur die emotionale Intelligenz macht uns zum Schluss zu dem, was wir immer hoch halten: menschlich.

Denken wir an die Igel-Fuchs-Strategie, dann ist der Fuchs die kognitive Intelligenz und der Igel die emotionale. 
Zum Schluss, am Ende des Tages, bei unserem letzten Atmenzug, bleibt etwas, was wir die meiste Zeit in unserem täglichen Tun vergessen haben. Die Emotion, die Erinnerung, das wahre ICH, das persönliche SEIN.
Wir alle machen unsere Rechnung zum Schluss. Jeder von uns. Das ist in gewisser Weise eine göttliche Gerechtigkeit, auch wenn wir gerade daran arbeiten unsterblich zu werden.
An diesem Punkt, beim letzten Atemzug, wird abgerechnet und vielleicht erhalten wir einen Bonus, eine Gutschrift. Unser Erbe, unsere Emotion und emotionale Prägung und Intelligenz, welche wir weiterreichen. Das ist das wirkliche Erbe das wir weitergeben an die Generation, die es vielleicht einmal besser machen wird. Doch gibt es wirklich ein besser oder nur ein anders?

Ich sehe es wie A. Einstein: Dies ist eine relative Frage im Relativen. Denn auch die Wahrheit ist rein subjektiv. Es ist immer der Blickwinkel der Betrachtung. Es wird niemals richtig oder falsch geben, nur das subjektiv dienliche und das nicht dienliche. Richtig und falsch wird definiert auf der Basis der gesellschaftlichen, mehrheitlichen Zustimmung. Gesetze sind die Niederschrift der menschlichen, akzeptierten Normen, nicht mehr und nicht weniger. Sie dienen unser selbst bestimmten normierten Ordnung. Somit gibt es kein richtig und kein Falsch sondern nur ein jetzt im hier und jetzt. 
Nur die Gegenwart ist die Wirklichkeit. Vergangenheit und Zukunft sind nicht existent und sie werden es auch niemals sein. Tiere sterben leicht und in einer Zufriedenheit. Sie ziehen sich zurück und finden Akzeptanz mit Ihrem Schicksal. Sie haben keine Angst, den für sie gibt es nur das Jetzt. 
Daher können Sie niemals etwas verlieren und haben niemals das Gefühl auf etwas verzichtet zu haben. Es gibt für sie keinen Verlust nur einen Verfall des biologischen Zustandes.

Fazit: Definieren wir uns doch zukünftig nicht mehr über unser Haben und unser Sein über die Materie, sondern lasst uns definieren über unsere emotionale Intelligenz. Es würde uns sicherlich befreien von all den Problemen, die wir uns auf der Suche nach uns selbst selbst geschaffen haben.

Und wenn Corona dazu beiträgt,
dass wir uns mehr auf unser wirkliches Sein konzentrieren
und uns neu erfinden dürfen,
dann mögen die vielen Opfer, welche dem Virus erlagen,
keine sinnlosen Opfer gewesen sein.

Denn diese opferten sich der gesamten Menschheit, während gefallene Soldaten eines Krieges nur Regimen und Interessen einzelner dienen bzw. dienten. 
Ich für meinen Teil werde weiterhin die zwischenmenschliche Emotionalität leben. 
Und wenn uns der Herr Ministerpräsident auffordert, unseren Halt auch im Gebet zu suchen, dann darf ich an dieser Stelle Jesus in Matthäus 28:10 zitieren: „Fürchtet euch nicht!”

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