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Halbzeit 2021 – Zwischenfazit im Jahr des Büffels

Trübe Aussichten im Q1

Noch im April dachte ich mir: “Das Jahr 2021 ist so wie 2020, nur mit Regen”.
Lockdown, steigende Corona Fallzahlen und eine gewisse Frustration im Bekanntenkreis über die schleppend verlaufende Impfaktion der Regierung. Dazu noch Dauerregen und niedrige Temperaturen. Gute Laune und Zuversicht sieht anders aus.

Ende Q2 positive Erwartungen

Börsentechnisch wollen wir im Jahr des Büffels zurückschauen, was die letzten 6 Monate an den Märkten gelaufen ist. In China steht der Büffel für Erfolg und Gewinn. Traditionell führen wir nun einen Abgleich mit unserem Jahresausblick durch, welcher von uns bereits im Titel mit positiven Erwartungen für das Jahr 2021 bestückt war.

Die Kernaussage in unserer Markterwartung für den DAX war:

“Wie bereits die letzten Jahre, war
der Bereich um 11.200/11.400 Punkte im DAX der
Dreh- und Angelpunkt.
Solange der Index sich darüber bewegt,
sind Kurszuwächse auf 14.500/15.000
und im Anschluss sogar 16.000 Punkte zu favorisieren.
Letzteres nicht auf Sicht der nächsten 12 Monate,
sondern eher auf 24 Monate.”

Positives Szenario wurde bestätigt

Der Markt ließ sich nicht lange bitten und erreichte bereits in den ersten Wochen des Jahres den Bereich um 14.100 und 14.200 um dann zu konsolidieren. Bis Anfang März lag der Bereich knapp über 14.000 wie ein Bleideckel auf dem DAX.
Anfang März wurde dieser Deckel regelrecht gesprengt, da vor allem die zyklischen Aktien (allen voran die Aktie von Volkswagen) starke Kurszuwächse verzeichnen konnten. Binnen kurzer Zeit zog der Index auf 15.000 Punkte und frühstückte die Marke noch im ersten Quartal ab.
Durch den “Boost” im März, konnte sich der deutsche Leitindex erstmals seit vielen Jahren zu einem der Top Performer gegenüber den anderen Indizes auf quartalsbasis etablieren.
Seine “Pflicht” hatte der DAX also bereits recht schnell erledigt. Im zweiten Quartal folgte dann die Kür. Da relativ wenig Störfeuer auftauchten und größere Gewinnmitnahmen ausblieben, schraubte sich der Index weiter nach oben.

Die Kurse werden erreicht – Geduld ist bei Zeiten gefragt

Das bisherige Hoch liegt bei 15.800 Punkten und zeigt, dass “Zeitziele” immer untergeordneter Natur sein sollten. Bedeutet, die 16.000 Punkte wurden erwartet, allerdings nicht in der Schnelligkeit. Somit war der Ausblick und die Erwartung fast ein Volltreffer! Volltreffer vom Preisbereich der erwartet worden ist, voll daneben was den Zeitraum angeht, da die 16.000 am Anfang des Jahres noch zu sportlich aussahen.

Gute Geschäftsberichte, wohlwollende Notenbanken

Gründe für die gute Laune an den Märkten allgemein gab es genug. Die Berichtssaison verlief sehr positiv. Die meisten Unternehmen lagen innerhalb der Erwartungen bzw. übertrafen diese deutlich. Die Notenbanken drücken weiter auf die Tube (EZB, Bank of Japan) beziehungsweise kündigen Zinsschritte nur im moderaten Bereich an (FED).

Augen auf von Rohstoffen bis Tech, von USA bis China

Im ersten Quartal waren vor allem noch die US Technologieaktien der große Verlierer nachdem aufgrund steigender Zinsen eine Rotation weg von Techaktien, rein in Valueaktien beobachtet werden konnte. Seit Ende des zweiten Quartals hat sich das Blatt wieder zu Gunsten der Techs gedreht, da die US Notenbank ihre Geldpolitik erst in 2023 plant. Genug Zeit also, um weiterhin den Bullen zu reiten bei den Titeln aus dem Techsektor.

Neben dem Aktienmarkt war vor allem der Rohstoffmarkt Gewinner des ersten Halbjahres. Durch die wirtschaftliche Erholung sowie der Abkehr vom “Fracking” unter Biden, konnte der Ölpreis deutliche Kurszuwächse verzeichnen. Ebenso Gas und vor allem Bauholz. Die Nachfrage in China und USA nach dem Rohstoff ließ in den letzten Monaten den Preis regelrecht explodieren.

Krypto-Gier abgestraft

Implodiert dagegen ist ein anderer Basiswert: BITCOIN und Co. (also die anderen Kryptos) nachdem diese noch von Januar bis April Zuwächse von teilweise 100% und mehr verzeichnen konnten. TESLA Gründer Elon Musk war noch im Februar nicht ganz unschuldig an der Rally der Kryptowährungen aber am Ende auch nicht unschuldig für den “Crash” der in diesem Segment. Anscheinend reichen bereits ein paar Tweets aus um hier Kursschwankungen im zweistelligen Prozentbereich auszulösen. Nichts desto trotz, hat die Sache auch etwas positives: Vor allem (Börsen)neulinge erkennen gegebenenfalls dadurch, dass Kryptos ins Reich der Spekulation gehören und es eben nicht die “eierlegende Wollmichsau” ist.

2. Halbjahr ebenfalls spannend – neue Berichte, Sommerloch, Ende-Merkel und neue Regierung und DAX Nachwuchs

Das zweite Halbjahr wird mindestens genauso spannend. Nach der Berichtssaison ist vor der Berichtssaison welche im Juli beginnt. Im Anschluss droht das Sommerloch, welches im August meistens zu seltsamen Kursverläufen führt. Den September haben wir uns persönlich dick im Kalender markiert.

Politisch steht mit der Bundestagswahl ein zukunftsweisendes Ereignis bevor. Die Ära Merkel geht zu ende und möglicherweise bekommt Deutschland eine “grüne” Regierung. Entsprechend dem Wahlausgang, könnte dies einige Branchen beflügeln beziehungsweise vice versa.

So oder so steht für den DAX im September ordentlich Bewegung an, da der Index von aktuell 30 Titeln auf 40 Unternehmen anwächst. Der DAX bekommt also Zuwachs, indem Aktien aus dem MDAX nachrücken. Der Schritt ist grundsätzlich als positiv anzusehen da es unserer Ansicht nach eine “Qualitätsverbesserung” für den Index darstellt. Ob die neuen Aktien für einen erneuten Performanceschub sorgen werden, muss man abwarten.

Fazit: Robustes Marktumfeld

Das allgemeine Bild an den Märkten ist und bleibt freundlich. Konsolidierungen sollten zwar jederzeit eingeplant werden, jedoch ist der Trend und das Marktumfeld extrem robust.

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