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Das Jahr 2021 war gefühlt – pandemiebedingt – nahezu identisch mit dem Jahr 2020.

2020 v2.0

Das beherrschende Thema COVID19 hatte weiterhin nicht nur  das gesellschaftliche Leben, sondern auch die Börsen fest im Griff. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass die Aktienindizes nach dem schwierigen Jahr 2020 im Jahr 2021 auf breiter Front positiv das Jahr beenden konnten. Schaut man jedoch genauer auf die Entwicklung der Märkte, ergibt sich ein markanter Schönheitsfehler

Ein markanter Schönheitsfehler

Rückblickend betrachtet, traf der Verlauf der Märkte, welcher in unserem Jahresausblick für 2020 erwartet wurde, vollends zu. Kernaussage zu Beginn des Jahres war: “Grundsätzlich stehen für weitere Kursgewinne die Vorzeichen hervorragend.”

So kam es dann auch. Sämtliche Kursziele welche für den DAX erwartet worden sind, wurden abgearbeitet und sogar das 16.000er Ziel wurde früher vom Index erreicht als erwartet.
Auch die US Indizes machten es dem DAX nach (beziehungsweise der DAX den US Indizes) und markierten neue Allzeithochs. 

Nun könnte man sich als Analyst und Portfolioadvisor freuen und zurücklehnen, da schließlich alle Prognosen aufgegangen sind. Allerdings lohnt sich ein detaillierter Blick auf den Verlauf der Märkte und hier wird klar, dass im DAX beispielsweise das Jahr bereits im April gelaufen war und die Performance des kompletten Jahres 2021 ausschließlich innerhalb von etwa 4 Monaten basiert! 

Das DAX Jahr in 4 Monaten

Seit Mitte April und dem Erreichen der 15.500 Punkte machte es sich der Index in einer breiten Spanne von etwa 1.000 Punkten bequem und verlief seitwärts. Dabei wurde zwischenzeitlich im Sommer das Kursziel von 16.000 getestet, allerdings nicht nachhaltig überwunden, während von dort aus Abwärtsbewegungen bis kurz unter 15.000 Punkten eingestreut worden sind.

Das Jahr 2021 beendete der DAX im Bereich von 15.800, sprich ca. 3% höher als noch im April. 
Hat man als Anleger oder Vermögensverwalter die ersten 4 Monate des Jahres verpasst, war es also selbst mit einem passiven Investment wie beispielsweise einem ETF unmöglich, die Jahresperformance des Index nachzubilden. Die restlichen 8 Monate des Jahres dominierte die Seitwärtsbewegung. 

Ohne Big-5 ging auch in USA nichts

Deutlich stärker präsentierten sich die US Indizes. Der Dow Jones, aber vor allem der S&P500 und der NASDAQ, hatten diese ausgeprägte Seitwärtsphase zwar nicht und fuhren in Summe ein besseres Ergebnis ein als der deutsche Aktienindex, allerdings wird auch hier deutlich, dass man mit dem in der Vergangenheit erfolgreicheren “Stock-Picking” (vorausgesetzt man setzte auf die richtigen Aktien) seit Juli die US Indizes nicht outperformen konnte, außer man hatte die “Big 5” im Portfolio. 

Der Teufel steckt in der “Marktbreite”

Der o.g. Schönheitsfehler an der Rally bei den US Märkten wird deutlich an der Marktbreite. Marktbreite bedeutet, dass man sich den Verlauf der in einem Index vorhandenen Aktien ansieht und vergleicht, wie sich diese im Abgleich zum Index verhalten haben. 
Ein detaillierter Blick auf den NASDAQ Composite Index, in dem sich über 3.000 Aktien befinden, zeigt das beschriebene Dilemma auf. Die Wertentwicklung in 2021 liegt hier bei ca. +22%. Im NASDAQ Composite befinden sich auch die “Big 5” (Amazon, Facebook, Google, Microsoft und Apple) deren Gewichtung etwa 60% des Index ausmachen. 

5 Aktien ziehen 2995 mit

Würde man nun diese 5 Aktien aus dem Index entfernen, blieben (vereinfacht) 2.995 Aktien übrig und die Entwicklung des Index wäre 2021 bei ….. -20%

Speziell seit Juli hat sich also herauskristallisiert, dass der “breite Markt” teils extreme Schwäche zeigt indem die Mehrheit der Aktien deutliche Kursabschläge zwischen -20% und sogar -40% einfuhren und nur die großen Titel, welche auch regelmäßig von ETFs gekauft werden müssen, maßgeblich für die positive Entwicklung verantwortlich waren. 
So eine Entwicklung ist immer kritisch zu beäugen stets wachsam zu sein. Sollten nämlich auch bei den Big 5 Kursabschläge auf der Tagesordnung stehen, so wird dies auch auf die Indizes einen erheblichen Einfluss haben. 

2021 trotz Covid-19 und Inflation erfolgreich

Unterm Strich war 2021 trotz aller Widrigkeiten rund um COVID19 und Inflation ein erfolgreiches Börsenjahr. Vor allem die Rohstoffpreise konnten hier deutlich zulegen. Wer in diesem Jahr in Öl oder Gas investierte, konnte deutliche Kursgewinne erzielen, während die Edelmetalle Gold und Silber das Jahr negativ beendeten.

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