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Preis- vs. logarithmischer Chart

Preischart vs. logarithmischer Chart – warum auch Kurshalbierungen kein Grund zur Sorge sind

Aktuell geht es heiß her an den Märkten. Nachdem sich seit dem COVID Crash vor allem Technologie-Aktien teilweise verdoppelt, verdreifacht und einige auch verzehnfacht haben, wird nun seit einigen Monaten Luft abgelassen. Dabei sind solche Kurshalbierungen, also Korrekturen bis 50% und mehr, vor allem bei Wachstumsaktien keine Seltenheit. 

Als Anleger kann man dadurch schnell nervös werden. Vor allem wenn man einen Blick auf die Aktie in gängigen Börsenseiten wirft, erscheint einem der Absturz als dramatisch (kurzfristig ist dieser auch gefühlt per se schmerzhaft). Der Teufel liegt jedoch bekanntlich im Detail. Deshalb arbeiten wir im Portfoliomanagement ausschließlich mit Charts, welche in der Einstellung logarithmisch dargestellt werden. 
Der Unterschied liegt darin, dass der logarithmische Chart die prozentuale Veränderung anzeigt, während der Preischart die Änderung des nominalen Preises darstellt.

Aus unzähligen Aktien und Charts, ist im weiteren Verlauf die langfristige Entwicklung der Aktie von Mercado Libre dargestellt. Ein klassischer Technologie- und Wachstumswert, der auch gern als “eBay Südamerikas” bezeichnet wird. 

Schaut man sich den Verlauf der Aktie als Preischart an, sieht dieser so aus: 

Hier scheint es, als ob Mercado Libre jahrelang nicht aus dem Trott kam und erst ab 2019 eine dynamische Bewegung einleitete. Ebenso sieht es aus, als ob Anleger kaum Kursschwankungen ausgesetzt waren mit Ausnahme der letzten Jahre. Umso dramatischer sieht die Abwärtsbewegung seit 2021 und 2022 aus. 

Ein Blick auf den logarithmischen Chart zeigt jedoch ein klareres und echtes Bild der Aktie: 

Nicht nur wird der Anstieg der Aktie nicht so steil dargestellt wie im Preischart, auch die Konsolidierung des Titels sieht bei weitem nicht so extrem aus wie im oberen Chart. 

Wenn man sich die prozentuale Veränderung ansieht, ist die Aktie seit je her recht schwankungsfreudig (was in der Natur von Growth Aktien liegt). Von 2008 bis 2016 hat sich die Aktie insgesamt 3 Mal fast halbiert und 2008 vom Hoch um knapp -90% abgegeben. Lässt man 2008 mal außen vor, konsolidierte die Aktie in den letzten 10 Jahren oft deutlich. Zuletzt 2020 um fast -40%. 

Noch bemerkenswerter ist der Verlauf der Aktie. Selbst wenn mal als Anleger direkt am Hoch vor der Korrektur eingestiegen wäre, so hätte man im Anschluss und in den Folgejahren eine Kursexplosion miterleben dürfen. 

Für den “-50% Schmerz” wurde man im Anschluss mit mindestens 100%, 200%, 300% oder sogar bis zu 1000% belohnt. Durch den Faktor “Zeit” und dem langfristigen Blick auf eine Aktie, erhält man die Möglichkeit auch solche schwierigen Marktphasen nervlich zu überstehen. Erst recht bei Wachstumsaktien aus dem NASDAQ. 

Das Beispiel von Mercado Libre war nur eines von vielen. Mehrere Kurshalbierungen gab es in der Vergangenheit auch bei Aktien von Amazon, Apple, Netflix, Tesla oder AMD. Sieht man sich den Verlauf der Aktien an, so zeigen alle das gleiche Muster. 

Fazit: Aktien sollten nur auf logarithmischer Chartdarstellung betrachtet werden. Das schärft die Sinne für eine emotionslosere Betrachtung der Dinge und hilft, auch Marktphasen zu überstehen an denen Blut durch die Börsenstraße fließt. 

Die Wahrscheinlicheit eines Totalverlustes bei einer Aktie ist grundsätzlich (bei Marktliquiden und großen Aktien) stets geringer als das man einen verzehnfacher erhält.

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